
Bodersweier Neu
Die Vergangenheit unsres Kleinen Ortes
Die urkundliche Ersterwähnung geht auf das Jahr 884 n. Chr. zurück, als Kaiser Karl III. dem Kloster Honau seinen Besitz bestätigte, darunter auch Gut zu Bothalasuuileri. Der Name des Ortes wurde von der älteren Forschung noch auf einen elsässischen Adligen mit Namen Bodal zurückgeführt, der dem Kloster Honau bereits im 8. Jahrhundert Güter stiftete. Die jüngere Forschung erkennt in der Ansilbe bod dagegen eher die Bezeichnung für „sumpfiges Wasser“, was die Geländesituation des Ortes, der zur Zeit seiner Besiedlung wohl noch in einem ausgeprägten Mündungsdelta der Kinzig gelegen war, treffend charakterisiert.
Mit dem restlichen Besitz des bereits früh untergegangenen Klosters Honau kam Bodersweier bis zum 10. Jahrhundert als Teil des districtus Honowe an den Bischof von Straßburg. 1226 wurden ein Leutpriester und eine Kirche in Bodersweier erwähnt. Die drei im 13. und 14. Jahrhundert amtierenden Straßburger Bischöfe aus dem Geschlecht der Lichtenberger belehnten vor allem Familienangehörige mit bischöflichen Lehen. Als solches werden Bodersweier und 16 weitere rechtsrheinische Dörfer 1295 genannt. Nach dem Aussterben der Lichtenberger im Mannesstamm 1480 gelangte Bodersweier in den Besitz der jüngeren Linie der Grafen von Hanau, die aus dem Amt Babenhausen und den lichtenbergischen Gütern die Grafschaft Hanau-Lichtenberg errichteten, zu der der Ort fortan zählte. Im Dreißigjährigen Krieg und den nachfolgenden Kriegen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts Jahrhunderts hatte der Ort wie die gesamte Umgebung unter Plünderungen, Brandschatzungen und Einquartierungen zu leiden. Der Wiederaufbau kam wegen der fortgesetzten kriegerischen Unruhen nur zögerlich in Gang, und die von der Herrschaft eingeforderten hohen Abgaben zur Zahlung der Kriegsschulden taten ihr Übriges. Der Unmut der Bauern im Hanauerland äußerte sich im Aufstand der Hanauer Bauern von 1725. Nach dem Aussterben der letzten Hanauer kam Bodersweier 1736 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Mit dem rechtsrheinischen Hanauerland kam der Ort 1803 schließlich an Baden, während das benachbarte Kehl zunächst an Frankreich fiel, wodurch Bodersweier weiterhin Zollstelle blieb, was insbesondere zu einem Aufschwung des Speditionswesens im Ort führte.
1975 wurde die Ortschaft nach Kehl eingemeindet.
