Neumühl Neu

  

Die Vergangenheit unsres Kleinen Ortes

Neumühl wurde im Jahr 1271 unter dem lateinischen Namen „apud novum molendinum“ (bei der neuen Mühle) erstmals urkundlich erwähnt und ist heute ein lebendiger Stadtteil von Kehl im Ortenaukreis . Gelegen an der Mündung der Kinzig, teilte das ursprüngliche Straßendorf über Jahrhunderte das typische Schicksal einer Siedlung in unmittelbarer Grenznähe. Historisch gehörte der Ort als Lehen des Bischofs von Straßburg zum Besitz der Herren von Lichtenberg und war administrativ dem Amt Willstätt zugeordnet. Schwere Zeiten durchlebte Neumühl wie das gesamte Hanauerland durch Kriege und Zerstörungen am Oberrhein, behauptete sich jedoch stets als landwirtschaftlich geprägtes Bauerndorf, wovon noch heute zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser im Ortskern zeugen.
Nach dem Übergang an das Großherzogtum Baden zu Beginn des 19. Jahrhunderts blieb das Dorf lange eigenständig, erlebte jedoch insbesondere nach 1950 durch die Anlage einer großen Flüchtlingssiedlung ein starkes strukturelles Wachstum. Ein besonderes Relikt der jüngeren Wehrgeschichte ist der Tarnbunker Neumühl, ein original erhaltener Regelbau der Westbefestigung, der heute von einem Förderverein als zeitgeschichtliches Mahnmal gepflegt wird. Die politische Unabhängigkeit der Gemeinde endete am 1. Juli 1971, als Neumühl im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform als einer der ersten Orte nach Kehl eingemeindet wurde. Heute wird die Dorfgemeinschaft und das kulturelle Erbe der Ortschaft über ein zentrales Dorfportal von Neumühl Online sowie durch das rege Vereinsleben aktiv mitgestaltet.