Goldscheuer Neu

  

Die Vergangenheit unsres Kleinen Ortes

Goldscheuer wurde im Jahr 1424 erstmals urkundlich erwähnt und ist heute ein geschichtsträchtiger Ortsteil der Stadt Kehl im Ortenaukreis. Entstanden ist die Siedlung ursprünglich als Ausbauort auf der Gemarkung des Nachbarortes Marlen, welcher ebenso wie das nahe gelegene Kittersburg bereits im Jahr 1283 schriftlich nachgewiesen wurde. Der Name des Ortes leitet sich nicht etwa vom Edelmetall selbst ab, sondern geht auf eine sogenannte „Gültschüre“ zurück. Dabei handelte es sich um eine Zehntscheune, in der die Einwohner ihre bäuerlichen Abgaben für die damalige Herrschaft einlagern mussten. Dennoch hat das Gold eine reale Bedeutung für die Dorfhistorie, da die Bewohner über lange Zeit im sandigen Rheinbett mühsam nach Goldflittern suchten. An diese traditionelle Goldwäscherei erinnert heute noch der markante Goldwäscherbrunnen direkt am örtlichen Rathaus.
Im Laufe der Jahrhunderte war die Region immer wieder Schauplatz historischer Konflikte. Ein bedeutendes Ereignis war das Gefecht bei Goldscheuer am 1. August 1675 während des Holländischen Krieges, bei dem kaiserliche Truppen unter der Führung von Raimondo Montecuccoli und Johann Heinrich von Dünewald auf französische Verbände trafen. Politisch und verwaltungstechnisch bildeten Goldscheuer, Marlen und Kittersburg schon seit jeher eine eng verbundene Einheit. Im Jahr 1939 wurde Goldscheuer schließlich zum offiziellen Namensgeber dieser gemeinsamen Gemeinde, die im Zuge der Gemeindereform im Jahr 1971 nach Kehl eingemeindet wurde. Um die reiche Vergangenheit lebendig zu halten, engagiert sich die lokale Heimatpflege aktiv in der Ahnen- und Geschichtsforschung. Zudem zeigt das im Jahr 1834 errichtete Heimatmuseum „Alte Schule Goldscheuer“ eine Vielfalt an historischen Alltagsgegenständen, Dokumenten und ein großes Bildarchiv aus der Geschichte der drei Teilorte.