Hesselhurst Neu

  

Die Vergangenheit unsres Kleinen Ortes

Hesselhurst wurde im Jahr 1308 unter dem Namen „Hesilnhurst“ erstmals urkundlich erwähnt und ist heute ein ländlich geprägter Ortsteil der Gemeinde Willstätt im Ortenaukreis. Ähnlich wie Goldscheuer entstand das Dorf als hochmittelalterlicher Ausbauort, lag jedoch im Eigenbesitz der Herren von Lichtenberg. Der ursprüngliche Ortsname lässt sich etymologisch treffend als „Haselwald“ deuten, was auf die damalige bewaldete Natur der Region hinweist. Die frühe Dorfgeschichte war von schweren Rückschlägen gezeichnet: Im Jahr 1429 wurde die Siedlung komplett zerstört. Nach dem Wiederaufbau zählte Hesselhurst ab dem 15. Jahrhundert zum Amt Willstätt und bildete bis in das 17. Jahrhundert hinein ein gemeinsames Gericht mit dem Nachbarort Eckartsweier. Erst um das Jahr 1748 erlangte das Dorf seine vollständige Selbstständigkeit, als die beiden Gemeinden die bis dahin gemeinsam genutzten Wälder und Weidelandflächen offiziell untereinander aufteilten.Im Zuge der politischen Neuordnung nach den napoleonischen Kriegen fiel Hesselhurst im Jahr 1803 an das Großherzogtum Baden. Das historische Ortsbild entwickelte sich im 19. Jahrhundert entscheidend weiter; so wurde im Jahr 1831 die markante evangelische Pfarrkirche im neuromanischen Stil erbaut, gefolgt von einem neuen Schulhaus im Jahr 1864. Über Jahrhunderte hinweg prägte die Landwirtschaft das Leben der Menschen, wovon noch heute mehrere gut erhaltene, traditionelle Hakenhöfe und historische Fachwerkhäuser im Dorfkern zeugen. Die Eigenständigkeit des Ortes endete schließlich während der baden-württembergischen Kommunalreform, in deren Rahmen Hesselhurst am 1. April 1973 nach Willstätt eingemeindet wurde.